Johanna Bossart

Sieben Dinge eines Reisenden / Weisse Bohnen

Art Box, Thalwil, Perron 4 und 6

Die braune Mappe, schon ein wenig abgegriffen und nach altem Leder riechend, die Tageszeitung, der Leuchtstift, um wichtige Sätze anzustreichen, das Handy, mit dem etwas zu laut eingestellten Klingelton, die unverzichtbare Brille! Nach dem Tod ihres Vaters gewannen diese bisher kaum beachteten Gegenstände für die Künstlerin an Bedeutung, vergleichbar mit Marcel Proust’s wiedergefundenen Erinnerungen beim Genuss eines Madeleine-Gebäcks.
Die zerbrechlichen Objekte sind aus Steinzeugton gefertigt und im Rohbrand belassen. Ähnlich einer Erinnerung die lange vage bleibt und irgendwann verblasst.


Die Künstlerin interessiert sich für die stetige Wiederholung einer Handlung.
Jeder Mensch hat seine eigenen Rituale. Sie geben Halt und Zuversicht.
Rituelle Handlungen sind eine Möglichkeit, den Tag besser zu bestreiten, Ängste zu überwinden. Ob in Form eines Leitsatzes, Handschmeichlers oder eines Gegenstands, dem man magische Kräfte zuschreibt.
Als Metapher für Rituale und Glücksbringer hat Johanna Bossart weisse Bohnen aus Steinzeugton gefertigt und im Rohbrand belassen. Die weissen Bohnen eignen sich auch zum Schliessen von Gedächtnislücken:
Sie wechseln die Seite, um einen Gedanken festzuhalten – zum Beispiel von der linken Hosentasche in die rechte